Ist ein heimlicher Vaterschaftstest strafbar?

Neben durchaus harmonischen Gründen, die Vaterschaft über einen DNA-Test wissenschaftlich nachzuweisen, ist ein Verfahren vor Gericht im Zuge eines Vaterschaftsprozesses ein relativ häufiger Anlass für die Durchführung eines Vaterschaftstests. Die dafür notwendige Entnahme von Proben aus Speichel, Haaren oder anderem Körpergewebe findet aus mit etwas Phantasie durchaus verständlichen Gründen nicht immer die Zustimmung des Probanden. Die Versuchung ist groß, die Proben heimlich zu entnehmen. Das tangiert juristische Regelungen bis hin zur potentiellen Strafbarkeit dieser Probenentnahme.

Ohne jetzt juristisch beraten zu wollen oder zu können, sondern im Sinne einer ersten Zusammenschau von verschiedenen Quellen zu diesem Thema und als Startpunkt für eigenen Recherchen kann die Lage bezüglich der Strafbarkeit so dargestellt werden:

Die Gesetze zu diesem Thema sind uneinheitlich, sowohl innerhalb der EU als auch in der Schweiz hat die Diskussion zu diesem Thema erst begonnen und zu divergierenden Resultaten geführt.

In Österreich kann keine Tendenz erkannt werden, heimliche DNA-Tests zu Feststellung der Vaterschaft unter Strafe zu stellen.

In Deutschland hat ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtshofs über die Rechtsgültigkeit eines heimlich durchgeführten Vaterschaftstests auch die Diskussion über die Strafbarkeit aufgeworfen, weil damit in das Recht des Kindes auf informationelle Selbstbestimmung eingegriffen würde. Die Zustimmung der Mutter als Vertreter des Kindes wäre daher einzuholen gewesen.

Immer im Hinterkopf sollte man aber auch den Faktor “Eingriff in die körperliche Unversehrtheit einer Person” stellen, der selbst bei Entnahme einer Speichelprobe in Frage zu stellen ist. Die Entnahme von DNA-Spuren über benutzte Kaugummis, Schnuller, Zahnbürsten oder Haare aus einem Kamm scheint davon nicht betroffen.

Zum Stichtag 31. März 2008 fordert das Gerichtsurteil die deutsche Bundesregierung auf, ein geeignetes Verfahren allein zur Feststellung der Vaterschaft bereitzustellen. Damit dürfte das Damoklesschwert einer Bestrafung, das über den Sicherheit suchenden Vätern hängt, vom Tisch sein.

Mehr dazu:

Kommentare

  1. Hallo,ich würde den gar nicht heimlich machen wollen.Aber mein Ex-Mann weigert sich einen Test zu machen. Meine Tochter ist 15 Jahre und mein Ex-Mann zur Zeit als meine Tochter zur Welt kam war er mein Mann.Mein Ex wusste es von Anfang das er nicht unbedingt der Vater ist.Denn es kommt noch ein anderer in Frage.Ich war von Anfang an ehrlich und hab mit offenen Karten gespielt.Vor einigen Jahren habe ich es schon den Test per Gericht zu verlangen.Aber der Anwalt meines Ex-Mannes hatte mir geschrieben das ich das in den zwei Jahren hätte machen sollen wo es mir bekannt war. Ich lese überall was von Kuckucks-Kindern, von Kindern die zum falschen Papa sagen.Was aber ist mit Frauen die gerne Klarheit haben wollen? Sprich in meinen Fall, meine Tochter kam 1 Monat vor meinen 18.Geb. zu Welt,mit 17 hatte ich mein Ex-Mann geheiratet.Was sich sehr schnell als großer Fehler raus stellte.Denn für mich war die Ehe die reinste Hölle. Den immensen Altersunterschied hatte mein Ex sich zu nütze gemacht. Schläge und Vergewaltigung während der Ehe war mein Alltag all das zu tun was er mir sagte. Sprich seine Gesetze zu befolgen. Damit ist Gott sei Dank Schluss. Ich hab schon seit Jahren kein Kontakt zu ihm und möchte auch keinen mehr zu ihm. Mir tut es nur wegen den Kindern leid die ich bei ihm gelassen habe. Aber die Jungs sind definitiv von ihm,es dreht sich nur um meine 15 jährige Tochter. Sie lebt auch Gott sei Dank nicht mehr bei ihm,aber auch nicht bei mir. Sie hat von mein Ex erfahren das er womöglich nicht der Biologische Vater von ihr ist. Sie hatte mich auch schon gefragt wie der andere denn aussieht. Also was können wir tun???? Damit wir alle Klarheit haben. Mein Ex-Mann wird es nie freiwillig machen,das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Ich würde mich freuen wenn ich etwas positives zurück bekomme, damit ich weiß wo ich / wir ansetzen können.

    Vielen Dank sage ich schon mal!!!

    — Anja · 21. September 2012, 23:21 · #

  2. Hallo Anja,

    gemäß §1598A kannst Du den Test verlangen, ohen Juristen geht es nicht, aber tragt das mal dem örtlichen Familiengericht vor. Die hören sich das kostenlos an (brauchst erst mal keinen Anwalt dafür).
    Hatte ein ähnliches Problem, habe mich bei einem Labor in Mainz beraten lassen. Am Ende hat ein Richter verfügt, dass er getestet werden muss.
    Frag mal nach dem Inhalt des obigen Paragraphen, hatte den Tipp von www.galantos.de
    Dort steht die Rufnummer unter der man Dir helfen kann.

    — emilia · 12. April 2013, 13:44 · #