Deutschland, ein Single-Land: Immer mehr Menschen leben alleine – aus gutem Grund

Steuererleichterungen, stabile Familienverhältnisse, der Trauschein – diese Argumente scheinen den Deutschen nicht mehr viel zu bedeuten. Immer mehr Menschen leben im Land der Dichter und Denker mittlerweile alleine. Vor allem die berufliche Selbstverwirklichung und das sinkende Ansehen eingetragener Partnerschaften werden als Gründe für die bewusste Entscheidung hin zum Ein-Personen-Haushalt genannt. Vor 20 Jahren sah das noch anders aus. Deswegen unglücklich zu sein, kommt für die meisten Singles jedoch nicht in Frage.

Mehr Singles, mehr Haushalte

Aktuelle Studien beweisen es: Von den rund 82 Millionen Deutschen, lebt mehr als jeder vierte Bürger zwischen 20 und 35 Jahren alleine. Rund 26 Prozent beträgt der Single-Anteil in dieser Altersklasse, insgesamt leben in Deutschland rund 16 Millionen Menschen in einem Ein-Personen-Haushalt. Derartige Zahlen, wie sie etwa im Rahmen des Mikrozensus erfasst werden, zeigen, dass der Trend klar hin zum Alleine-leben geht. Im Vergleich zu den Zahlen von vor 20 Jahren wird das Ergebnis noch wegweisender: 1991 lag die Zahl an Ein-Personen-Haushalten und damit auch die der mutmaßlichen Singles bei etwa 12 Millionen.

Singles leben zufriedener

Während es nun zu vermuten wäre, dass sich das Allein-Leben negativ auf die Zufriedenheit auswirkt, zeigt sich ein genau umgekehrter Effekt. Zwar sinkt nach Befragungsergebnissen großer Partner-Portale mit der Dauer des Single-Daseins die Hoffnung darauf, die Liebe noch zu finden. Allerdings steigt proportional dazu die Zufriedenheit. 62 Prozent der Singles, die erst kurzzeitig ohne Partner leben, gaben an, mit ihrem Leben zufrieden zu sein.

Bei Dauer-Singles lag die Zahl bei 69 Prozent. Neben der Zufriedenheit zählt jedoch auch die physische und psychische Gesundheit, die – Überraschung – bei Singles ebenfalls eher vorhanden ist, als bei Menschen, die in einer Partnerschaft leben. Die National Health Interview Survey belegte beispielsweise 2008, dass sich Alleinstehende wohler und gesünder fühlen.

Warum viele Singles trotzdem einen Partner suchen

Dennoch schließt ein Großteil der Deutschen nicht aus, dass das Leben mit einem Partner auch seine positiven Seiten hat und Vorteile gegenüber einem Leben alleine aufweist. Beispielsweise kann die Zufriedenheit, die bei manchen Single besonders ausgeprägt ist, in einer glücklichen und ausgeglichenen Partnerschaft durchaus stärker sein.

Vor allem frisch Verliebte fühlen sich, im Gegensatz zu ihrem früheren Leben als Single, oft glücklicher und wohler. Einigen fällt zudem eine gesündere Ernährung und die Integration von Sport in den Alltag leichter, wenn sie einen Partner an ihrer Seite haben. Den Glauben an die Liebe scheinen viele Singles verloren zu haben, aber ganz verschwunden scheint er nicht zu sein.

Selbst eingeschworene Singles ändern nach einigen Jahren oft ihre Lebenseinstellungen und lassen sich auf eine, vorher oft als Beschränkung der Freiheit und Unabhängigkeit empfundene, Beziehung ein. Zum einen aus Angst, die Liebe letztendlich doch nicht mehr zu finden. Zum anderen, weil es nur natürlich ist, sich nach einem liebenden und aufrichtigen Partner zu sehnen.

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Kommentare

  1. Ein großer Teil der Frauen will eben keine Männer, oder höchstens solche, die viel Geld haben, eine gute Stellung, oder persönliche Traumtypen sind. Natürlich kann längst nicht jede Frau einen solchen Mann bekommen, zumindest nicht für sich allein, und da möchte die eine halt lieber die heimliche Geliebte eines solchen sein, die andere lieber ganz allein bleiben. Es mag sein, daß dieser große Teil der Frauen nicht die Mehrheit ist, aber allemal sind es so viele, daß die restlichen ohne Schwierigkeiten vergeben sind. Da hilft den übrig gebliebenen Männern alles nichts. Und spätestens ab 40 wird auch die Partnersuche in Osteuropa kaum noch helfen, da die allermeisten Frauen dort spätestens mit 35 bereits ein Kind haben und von den deutschen Behörden in aller Regel keine Erlaubnis bekommen, es mitzunehmen.

    — Dirk · 27. Juni 2012, 12:14 · #