Vaterschaftstest in Österreich: Kosten, Methoden, im Labor oder selbst machen?

Kurz nach der Geburt ist alles ganz einfach: Je nach Familienzugehörigkeit schaut das süße Baby entweder „ganz dem Papa“ oder „ganz der Mama“ ähnlich. Wenn die Kinder dann älter werden und die körperlichen Merkmale besser erkennbar werden, regen sich aber bei manchen Männern Zweifel an der Vaterschaft.

Ist das vermeintlich eigene Kind etwa ein so genanntes Kuckuckskind und gar nicht über eine leibliche Vaterschaft verwandt? Ein Vaterschaftstest kann hier Klarheit schaffen, wenn auch mit dem Risiko eines Schocks für Kind und Vater.

Ein DNA-Test gibt Sicherheit

Auch der gegenteilige Anlass für Vaterschaftstests ist keine Seltenheit: Aus einem heißen One-Night-Stand wird mehr, und nach neun Monaten kommt ein Kind der Liebe zur Welt. Der potentielle Vater will allerdings von seiner Verpflichtung nichts wissen und denkt nicht daran, ohne Beweise Alimente oder Unterhaltszahlungen für sein Kind zu leisten. Während vor der Geburt noch keine Rede davon war, dass der Erzeuger Zweifel an der Vaterschaft hegte, regt sich nachher eventuell Misstrauen, und er verweigert die Anerkennung der Vaterschaft.

Vaterschaftstest über Abstriche der Mundschleimhaut

DNA-Probenapplikator für den Vaterschaftstest (Detail)

Der Beweis einer Vaterschaft vor Gericht ist über einen einfachen Vergleich der DNA, also des Erbguts, möglich. Dazu werden sowohl beim Vater als auch beim Kind mit einem sterilen Wattestäbchen Speichelproben von der Mundschleimhaut genommen und über eine DNS-Analyse verglichen.

Wattestäbchen für den Vaterschaftstest (Größenvergleich)

Die Kosten für solche Vaterschaftstests betragen durchschnittlich einige hundert Euro.

Unfreiwilliger oder heimlicher Vaterschaftstest

Üblicherweise setzt die Durchführung des Vaterschaftstest das Einverständnis von Vater und Kind voraus. Wird der Vaterschaftstest unfreiwillig oder gar heimlich ohne Wissen der Beteiligten durchgeführt, haben Gerichte wenig Vertrauen in die Beweiskraft im Vaterschaftsprozess. In Deutschland hat der Bundesverfassungsgerichtshof mit einem Hinweis auf die informationelle Selbstbestimmung des Kindes ein Urteil dazu gefällt, die den Gerichten diese Interpretation erlaubt, gleichzeitig aber auch der Bundesregierung den Auftrag erteilt, „[…] zur Verwirklichung des Rechts des rechtlichen Vaters auf Kenntnis der Abstammung seines Kindes von ihm (neben dem Vaterschaftsanfechtungsverfahren) ein geeignetes Verfahren allein zur Feststellung der Vaterschaft bereitzustellen.“

Über Pläne, heimliche Vaterschaftstests sogar strafbar zu machen, wird ebenfalls in Deutschland heftig diskutiert. In Österreich sind solche Ideen bisher nicht aufgetaucht.

Vaterschaftstest selbst machen

Ähnlich wie ein erster Schwangerschaftstest einfach selbst mit einem Test-Paket aus der Drogerie durchgeführt werden kann, können auch die Proben für die DNA-Untersuchung einfach zu Hause genommen werden. Weit verbreitet ist der ID-Check eines Wiesbadner Labors, der zum Beispiel im Drogeriemarkt BIPA zu kaufen ist. Von anderen Labors kann man die DNA-Probesets auch kostenlos als diskreten Brief per Post zugesandt erhalten, in der Apotheke oder sogar bei eBay „Sofort & Neu“ kaufen.

Vaterschaftstest, DNA-Probe-Set

Der Ablauf ist sehr einfach: Mit einem Set von DNA-Probestäbchen werden von allen beteiligten Personen (Vater, Kind und eventuell auch von der Mutter) Speichelproben genommen. Zusammen mit einem unterschriebenen Vertrag gelangt über diese Proben die DNA direkt in das untersuchende Labor – die Kosten des Vaterschaftstest werden verständlicherweise vorab beglichen. Innerhalb weniger Tage werden die Resultate ermittelt und beweisen oder widerlegen die Vaterschaft im Allgemeinen mit einer Sicherheit von 99,99999%.

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